Hochwasserschutz - 9. März und 15. Mai 2013

Veröffentlicht am 10.03.2013 in Historisches

 

Seit Herbst 2005 laufen die Planungen für einen Hochwasserschutz entlang Hauwiesen- und Steidenbach ...

Im August 2005 gab es ein fatales Hochwasser in Kleinbettlingen und Bempflingen.

Wasser am Anschlag
Bereits im Herbst 2008 sah es in Kleinbettlingen wieder gefährlich aus
 

Dies war Auslöser für umfangreiche Hochwasserschutzmaßnahmen. Die Planungen begannen bereits im Herbst 2005, als eine Begehung mit dem Landratsamt gab. Es wurden erste Planungen angestellt, an Ideen mangelte es nicht. So sollte im Tal vor dem Bahndamm ein großer Damm entstehen, der ankommende Wassermassen in der Senke unterhalb des Dorfgemeinschaftshauses aufstauen sollte. In der Folge gerieten die Planungen ins Stocken und wurden erst nach dem Amtsantritt von BM Welser wieder intensiv verfolgt. Jetzt zeigte sich aber das Landratsamt und speziell der Naturschutz als Hemmschuh. Letztendlich 2012 kamen dann die Planungen zur Entscheidungsreife und im folgenden Winter wurde dann gebaut. Am 9. März gab es dann einen Vororttermin für Gemeinderat und Presse, bei dem die Maßnahme oberhalb Kleinbettlingens am Hauwiesenbach

Blick in Richtung Grafenberg, rechts der auch vorher vorhandene Graben
Mulde mit Blick aus Richtung Grafenberg, hinten quer Hauwiesenbach

und in der Senke unterhalb des Dorfgemeinschaftshauses bzw. direkt vor dem Bahndamm vorgestellt und erläutert wurden. Am Hauwiesenbach ist eine Mulde entstanden, die das vom Grafenberg herabströmende Wasser zunächst auffängt. Sie fasst ca. 450 Kubikmeter und kann somit Wassermassen aus der Ortsmitte fernhalten. Demnächst wird noch der sog. "Graben Ost" in Angriff genommen, der zusätzliches Wasser vor der Ortsmitte ableiten soll. Die Mulde wird demnächst mit Gras eingesät und kann dann einmal im Jahr gemäht werden. Die beiden jetzt vorhandenen Gräben bleiben erhalten. Nahe am Bahndamm ist auf Markung Bempflingen ein Bauwerk entstanden, das in der Lage sein wird, ankommenden Wassermassen zu drosseln bzw. zurück zu halten, dass zunächst einmal die Senke vollläuft (Rückhaltevolumen ca. 15.000 Kubikmeter).

Einlaufbauwerk von innen ...
... und von außen

Dazu wurden auch die Abwasserkanaldeckel südlich des Steidenbachs so abgedichtet, dass kein Wasser von oben eindringen kann. Zwischen Einlaufbauwerk und Bahndamm wird der Feldweg noch um ca. 60 cm angehoben.

Blick entlang Steidenbach in Richtung Kreisstraße
Neues - zusätzliches - Bachbett

Zusätzlich wurde eine Ausgleichsmaßnahme realisiert, d.h. der Steidenbach bekam sog. Mäander, die Ufer werden noch bepflanzt werden. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Maßnahme sich durchaus harmonisch in die Umgebung einpassen und dass sich die lange Warte- und Bedenkzeit in dieser Richtung durchaus positiv ausgewirkt hat. Jetzt, d.h. Mitte Mai scheint alles abgeschlossen, wie die folgenden Bilder zeigen. Oberhalb von oben erwähnter Mulde ist der sog. "Graben Ost" entstanden, der das Wasser des Grafenbergs künftig abfangen oder zumindest -bremsen soll. Er quert den langen Hang, hat eine Neigung in Richtung des Feldwegs nach Grafenberg und leitet im Bedarfsfall das Wasser unter diesem Weg durch in den parallelen Graben, sodass es irgendwann mit Verzögerung in den Steidenbach fließt. Die gefährdete Ortsmitte via Hauwiesenbach wird somit "geschont".

Graben, Blick nach Norden
Graben, Blick nach Süden
Die Landwirtschaft hat einen Übergang
Südliches Ende des Gabens

Auch das Bauwerk vor dem Bahndamm ist fertig gestellt, wie die folgenden Bilder zeigen:

Blick auf den Steinbach vom Weg aus
Blick in das Bauwerk
Ein vorgelagerter Rechen hält Äste u.a.m. zurück
Ebenso der direkt am Bauwerk angebrachte
Blick vom Weg auf das fertige Bauwerk

Es bleibt zu hoffen, dass dieses Bauwerk nicht so bald gebraucht wird - obwohl es spannend wäre, die Wiese unterhalb des Dorfgemeinschaftshauses einmal als See zu sehen!!! Eva Voss