Sanierungsbedürftiges Dach am Dorfgemeinschaftshaus
Die DGH-Schrägdachsanierung sorgte für großen Unmut im Gemeinderat, die Jahresrechnung 2012 übertraf die kühnsten Erwartungen. ...
Sanierungsbedürftiges Dach am Dorfgemeinschaftshaus
Die DGH-Schrägdachsanierung sorgte für großen Unmut im Gemeinderat, die Jahresrechnung 2012 übertraf die kühnsten Erwartungen. ...
... Lediglich ein Zuhörer und eine Zuhörerin waren gekommen, um die Gemeinderatssitzung zu verfolgen. Sie stellen keine Fragen an den Bürgermeister. Aus nicht öffentlicher Sitzung berichtete Bürgermeister Welser von einem Beschluss über die Stundung einer Steuerschuld.
Zunächst aber stellte sich Gabriele Nothelfer, Interimsrektorin an der Grundschule Auf Mauern, vor, die für ein Jahr mit 8 Wochenstunden die bisherige Schulleiterin Petra Hafner ersetzt, die im Sommer die Schule verlassen hat. Frau Nothelfer zeigte sich begeistert von der Schule, der neuen Einrichtung der Klassenzimmer und der Gesamtsituation überhaupt. Sie hat gleich eine Fachberaterin für die kommenden 2 Jahre beim Oberschulamt beantragt und auch eine Zusage bekommen. Diese Kollegin wird die Lehrerinnen vor Ort zum Thema individuelles Lernen beraten, sodass die neu gestalteten Räume optimal ausgenutzt werden können.

Blick in ein neu gestaltetes Klassenzimmer
Gleichzeitig konnte Frau Nothelfer auch mitteilen, dass mit Melanie John wieder eine Schulsozialarbeiterin an der Grundschule ihren Dienst aufgenommen hat.
Unter TOP 4 ging es um die Vergabe der Arbeiten für die Schrägdachsanierung und für eine Teilsanierung der Fenster des DGH. Im Mai ging die Kostenberechnung für das Dach von knapp 360.000 € aus, jetzt sind es knapp 490.000€, was eine Steigerung von 36 % bedeutet. Architekt Andreas Kommritz sah die eklatante Preissteigerung durch das Hagelereignis Ende Juli und die damit verbundene Überauslastung der Handwerksbetriebe begründet. Hinzu kommen aber auch noch Kosten in Höhe von knapp 130.000 € für bindende Vorgaben der Firma Prefa, für eine nachträglich als notwendig angesehene Lüftungsanlage in den Veranstaltungsräumen und eine daraus resultierende Dachverlängerung, das Architektenhonorar, u.a.m. . Architekt Kommritz sieht den Kostenrahmen nur knapp überschritten – dank der in Aussicht gestellten Zahlungen der Versicherung.
Bürgermeister Welser führte aus, dass man das Dach hatte erst im Frühjahr 2014 sanieren wollen. Jetzt sei aber eine zeitnahe Sanierung notwendig, um sicher über den Winter zu kommen. Gemeinderat Reitermayer erkundigte sich nach der Belüftung der Bühne. Gemeinderat Michaelis tat sich sehr schwer mit dem Resultat der Ausschreibung. Seines Erachtens sind die Mehrkosten vorwiegend durch die Entscheidung des Gemeinderates vom 13. Mai begründet, die auf ein Material hinauslief, das für das DGH-Dach eher ungeeignet sei. Bedingt durch die geringe Dachneigung und die Länge des nördlichen Dachs sind Maßnahmen notwendig, die die Kosten deutlich in die Höhe treiben. Gemeinderätin Gneiting-Manz nahm den Architekten in Schutz, der sich bei der Materialauswahl nicht für ein Prefa-Dach ausgesprochen hatte, sondern sogar darauf verwiesen hatte, dass er keine Erfahrung mit diesem Material habe. Gemeinderätin Voss zeigte sich verärgert, dass bereits im Oktober 2012 die Sanierung des Daches beschlossen wurde. Bereits im Februar hatte Bürgermeister Welser angekündigt, dass die Dachsanierung im Herbst 2013 stattfinden sollte. Im Mai 2013 wurde der Auftrag erteilt, ein Prefa-Dach auszuschreiben. Dies geschah dann aber erst nach den Sommerferien bzw. nach dem Hagelereignis – mit den jetzt zu beklagenden Folgen. Sie stellte den Antrag, die Ausschreibung wegen der enormen Kostensteigerung aufzuheben und alternativ ein Kalzip-Dach auszuschreiben, das auch bei geringer Dachneigung problemlos aufzubringen ist. Dem wollten nur 6 Gemeinderatsmitglieder folgen (Voss, Kubel, Wagner, Stangl, Michaelis, Gneiting-Manz), dagegen waren 9 Mitglieder des Rates (Welser, Reitermayer, Schnizler, Pischulti, Müller, Mändle, Kärcher, Schmid, Maisch). Somit ging der Auftrag für die Schrägdachsanierung an die Firma T+H Ackermann Metallbau aus Nürtingen, und zwar zu einem Angebotspreis von 488.735,98 €. Die Firma Wurster aus Bempflingen hatte kein Angebot unterbreitet, die beiden anderen Bieter lagen bei mehr als 600.000 €. Anschließend wählte die Mehrheit der Gemeinderäte für den Ortgang (das heißt die senkrechten Partien des Dachs) das preisgünstigste Material, nämlich Stehfalz aus. Die Veranstaltungsräume werden erst im Frühjahr neu gedeckt, das Hallendach soll vor Weihnachten saniert sein. Die Teilsanierung der Fenster war schnell entschieden, zumal der Kostenvoranschlag um mehr als 34.000 € unterschritten wurde (106.675,41). Beginn der Maßnahme ist Frühjahr 2014.
Im Rahmen der Eigenkontrollverordnung wurde die Leistung zusammen mit den Gemeinden Altdorf, Altenriet, Schlaitdorf, Erkenbrechtsweiler und Neckartailfingen vom Ingenieurbüro für Bauwesen ausgeschrieben. Werner Walter war anwesend und erläuterte die Einzelheiten. Einstimmig wurden die Arbeiten für 47.463,32 € an die günstigste Bieterin, die Firma Mall aus Lenningen vergeben; 3 weitere Firmen hatten Angebote abgegeben. Wenn die Schächte in einer anderen Weise dokumentiert werden, kann sich der Preis verringern.
Die Jahresbauarbeiten 2014/15 wurden vom gleichen Büro ausgeschrieben; sie gehen zum Angebotspreis von 48.126,46 € an die günstigste Bieterin, die Firma Eberhardt Vohl aus Leinfelden-Echterdingen. Hier gab es auch insgesamt 4 Anbieter; die Firma Vohl ist schon länger in Bempflingen und Kleinbettlingen tätig.
Die Jahresrechnung 2012 hatte ein sensationelles Ergebnis: Statt einer Rücklagenentnahme in Höhe von 277.280 € konnte eine Zuführung zur Rücklage erwirtschaftet werden, und zwar in Höhe von 363.219,15 €, d.h. ein Plus von 640.499,15 €. Dies liegt hauptsächlich an unerwartet hohen Gewerbesteuereinnahmen bzw. an Nachzahlungen aus den Vorjahren. Dazu kommen erhöhte Zuschüsse zur Kinderbetreuung. Die geplante Kreditaufnahme in Höhe von 250.000 € musste nicht getätigt werden und die Nettoinvestitionsrate (Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt abzüglich ordentliche Tilgung und Kreditbeschaffungskosten) liegt bei 1,34 Millionen €. So hoch war diese Rate in den vergangenen 20 Jahren in Bempflingen nicht. Bürgermeister Welser zeigte sich auch hoch erfreut, verwies aber auch darauf, dass dies wahrscheinlich ein einmaliger Prozess sein wird und dass man anschließend durch höhere Umlagen „belohnt“ werde. Die Einnahmen und Ausgaben des Gesamthaushaltes 2012 belaufen sich jeweils auf 14.281.127,63 €; Pro-Kopf-Verschuldung ca. 100 €. Dem und den überplanmäßigen Ausgaben stimmt der Gemeinderat einstimmig zu.
Die Themen für die Sitzung des Gemeindeverwaltungsverbandes nahm der Gemeinderat zur Kenntnis, einer Bauvoranfrage für das Grundstück Bachstr. 8/1 wurde nur teilweise zugestimmt. Unter „Verschiedenes“ teilte Bürgermeister Welser mit, dass am 21. Oktober die Arbeiten zum Bau eines Radfahrerstegs über die Erms in Richtung Neckartenzlingen beginnen werden. Gemeinderätin Gneiting-Manz erkundigte sich nach dem Dirt-Park in Kleinbettlingen, Bürgermeister Welser will sich mit den Verantwortlichen in Verbindung setzen.
Text und Bild: Eva Voss