Am 17. September erschien ein Bericht in der Südwestpresse über die Hochwasserdiskussion im Bempflinger Gemeinderat, begleitet von einem Kommentar von Jan Zawadil. Hier eine Antwort seitens der Fraktionsvorsitzenden der SPD/UB-Fraktion:
Am 17. September erschien ein Bericht in der Südwestpresse über die Hochwasserdiskussion im Bempflinger Gemeinderat, begleitet von einem Kommentar von Jan Zawadil. Hier eine Antwort seitens der Fraktionsvorsitzenden der SPD/UB-Fraktion:
Herr Zawadil moniert unter dem Titel „Es ist Zeit zum Handeln“, dass der Gemeinderat „endlich einen Knopf ans Thema Hochwasserschutz“ hätte machen sollen. Dazu im Folgenden ein paar Fakten: Das verheerende „Jahrtausend“-Hochwasser fand am 21.08.2005 statt. Es gab bereits am 27.09.05 eine Begehung mit Herrn Dr. Fischer vom Landratsamt, bei der Maßnahmen zum Hochwasserschutz erörtert wurden. Darüber wurde am 17.10.05 im Gemeinderat Bericht erstattet. Am 14.11.05 wurde ein beratender Hochwasserausschuss gegründet. Herr Ingenieur Werner Walter wurde mit Planungen beauftragt; für seine Berechnungen wollte er aber das Digitale Geländemodell des Vermessungsamtes abwarten. Am 05.07.06 schließlich tagte der Hochwasserausschuss zum ersten Mal. Herr Walter stellte die Planung eines Hochwasserdamms vor dem Bahndamm vor, der bei einem Wasserspiegel von 331 über NN ein Rückhaltevolumen von 64.000 m³ haben sollte. In Kleinbettlingen war die Rede davon, dass der Querschnitt der Hauwiesendole anschließend an die Seestraße vergrößert werden müsse. Im Jahr 2006 wurde ein Parallel- oder Entlastungskanal in der Neckartenzlinger Straße erstellt, nachdem Anwohner weiter ortseinwärts an dieser Straße sich im Herbst 2005 über Rückstauprobleme beklagt hatten. (Kostenpunkt ca. 125.000 €). Dafür wurde der Bau eines Regenrückhaltebeckens vor dem Bahndamm verschoben. Am 12.03.07 stellte Herr Walter dem Gemeinderat ein Hochwasserschutz-Gutachten vor, bei dessen Erarbeitung er das Büro Pirker + Pfeiffer aus Münsingen hinzu gezogen hatte. Herr Walter vertrat die Ansicht, dass man die anfallenden Wassermengen so durch Kleinbettlingen leiten sollte, dass es zu keinen Problemen kommt. Das Problem: Die Hauwiesendole zwischen Seestraße und Austritt beim Haus Rau fasst nur 920 l/s – statt notwendigen 1210 l/s. Die Senke vor dem Bahndamm sollte genutzt werden, um das ankommende Wasser des Steidenbachs aufstauen zu können. Bereits in dieser Sitzung forderten beide Fraktionen eine öffentliche Begehung der entsprechenden Plätze. Leider kam die Verwaltung diesen Terminforderungen erst am 06.09.08 nach, obwohl immer wieder nachgefragt worden war. In einer Klausurtagung im 21.04.07 stellte Herr Walter seine Planungen für einen solchen Damm, ebenso wie für eine Entlastungsdole in Kleinbettlingen vor. In der Sitzung am 12.09.07 stellte Herr Walter dann öffentlich die Idee einer Paralleldole für den Hauwiesenbach vor und schätzte die Kosten auf ca. 190.000 €, eine Abkoppelung der Dole aus der Grafenberger Straße hingegen und Wiederzuführung des Wassers in den Hauwiesenbach am Ortsrand nach der Engstelle sollte ca. 135.000 € kosten. In der Bürgerversammlung am 03.12.07 und in der Sitzung am 10.12.07 wurden dann die Kosten für den Damm bekannt, nämlich ca. 400.000 €. Insgesamt wurden die Kosten (inklusive RÜB 1000 auch vor dem Bahndamm) auf 955.000 € beziffert. Jetzt wurden Fragebögen verschickt mit dem Ziel, die Schäden, die am 21.08.2005 privat entstanden waren, beziffern zu können. So wollte man eine Kosten-Nutzen-Analyse erstellen, die vom Landratsamt gefordert wird, wenn es um Zuschüsse geht. Der Hochwasserausschuss tagte zum 2. Mal am 12.03.08 . Vorgestellt wurden die jetzt neu zur Diskussion stehenden, deutlich reduzierten Planungen. Sie sollten laut Protokoll in der Aprilsitzung in den Gesamt-Gemeinderat kommen und man wollte das weitere Vorgehen festlegen. Warum dies nicht geschah und die im März bereits vorgestellten Planungen erst am 6. September der Öffentlichkeit während einer Begehung vorgestellt wurden, entzieht sich meiner Kenntnis. Jedenfalls lag es nicht am Gemeinderat Ich hoffe, den bisherigen Ablauf korrekt dargelegt zu haben. Dass wir als Gemeinderat jetzt nicht sofort die neuen Planungen in Auftrag geben konnten, ist m. E. klar! Ich gebe nichts in Auftrag, von dem ich nicht weiß, was es die Gemeinde Bempflingen kosten wird. Merke: Die Planungen von 2007 waren Makulatur, als die Kosten auf den Tisch kamen. Eva Voss Fraktionsvorsitzende SPD/UB-Fraktion